Kurz nach Kasachstan und ab nach Bangkok

An der Kasachischen Grenze musste ich nun auch erstmals mit dem Fahrrad durch die Schleuse für den Personenverkehr. Natürlich gab es hier kaum Platz für ein vollbepacktes Rad, aber so war nun mal die Anweisung! Entsprechenden Unmut konnte ich verständlicherweise bei den Umstehenden feststellen, die um mein Fahrrad irgendwie außen rum mussten. Schlussendlich wurde dann nur ein Stempel in den Pass gehauen, ehe es zur Gepäckkontrolle ging. Hier wollte ich gerade anfangen meine Packtaschen in das Röntgengerät zu legen, als mich der Grenzbeamte aufforderte, einfach vorbei zu gehen! Naja umso besser! Mit der Überquerung der Grenze, war ich auch wieder zurück in Kasachstan. Dieses Mal allerdings mit deutlich niedrigeren Temperaturen. Was zum Radfahren angenehm war, wurde am Abend allerdings zum Problem. Da ich mein Schlafsack heimgeschickt hatte, war ich dringend auf eine feste Unterkunft angewiesen!

Abschied von den Bergen Zentralasiens
Abschied von den Bergen Zentralasiens

Doch das Hotel das mir jemand versprochen hatte, war nicht aufzufinden und auch in den Kaffees, fand ich keinen Platz zum Schlafen. Also hatte ich keine andere Wahl, als die letzten einigermaßen warmen Klamotten anzuziehen, den Scheinwerfer einzuschalten und weiterzufahren! Erst nach 1,5 Stunden Nachtfahrt, fand ich ein kleines Kaffee, in dem ich für 10€ übernachten konnte. Nicht gerade billig, für das was geboten wurde, aber sehr willkommen um diese Uhrzeit. Eine Chance das Abendessen zu bezahlen hatte ich dagegen nicht! Dies wollte nämlich unbedingt ein kasachischer LKW-Fahrer für mich bezahlen. Na dann спасибо (Danke)! Die Eigentümerin des Kaffees erzählte zwar, dass sie Englischlehrerin sei aber trotzdem wichen wir regelmäßig auf Russisch aus, um besser kommunizieren zu können! Und das trotz meines „tollen“ Russisch! Zumindest wusste ich jetzt, warum die Leute hier kaum Englisch sprechen!

Am nächsten Morgen musste ich unbedingt etwas früher wegfahren, da ich an diesem Abend Almaty erreichen wollte! Da ich am Vorabend allerdings gerade noch so die 10000 Kilometer vollgemacht hatte, gab es allerdings zunächst mal einen Fotostopp! Erst jetzt hieß es volle Kraft voraus in die Pedale zu treten! Bereits am Mittag hatte ich 100 Kilometer zurückgelegt! Nach einer kurzen Pause ging die Fahrt zügig weiter. Immerhin hatte ich noch weitere 60 Kilometer vor mir! Als ich am Abend die Stadt Almaty erreichte, staunte ich nicht schlecht erstmals seit vielen tausend Kilometern wieder Radwege zu sehen! Zumindest teilweise waren diese sogar so angelegt, dass Sie tatsächlich befahrbar waren! Trotzdem ging es lange bis ich mich durch den übrigen Stadtverkehr zum Hostel auf der anderen Seite der Stadt vorgekämpft hatte. Hier schmiss ich am Abend noch schnell die Wäsche in die Waschmaschine, ehe ich zu Bett ging. Ein Fehler, wie ich am nächsten Tag merken sollte!

10000 Kilometer!
10000 Kilometer!

Am nächsten Vormittag fehlte die Hose, die ich zum Trocknen im Nebenraum aufgehängt hatte. Zunächst glaubte ich an ein Versehen, da ich nicht annahm, dass jemand eine HOSE stehlen würde, aber ich lag falsch! Später stellte ich nämlich fest, dass neben der Hose noch 100$ aus einer der Packtaschen gestohlen wurden! Wohl oder übel, musste ich mich also am nächsten Tag auf die Suche nach einer neuen Hose machen! Da ich meine lange Fleecehose bereits in Bischkek verschenkt hatte, hatte ich dafür nur noch Badeshorts zur Verfügung! Zwar hatte mir ein anderer Reisender aus Kasachstan angeboten mir Jeans auszuleihen, falls ich nach draußen müsste, aber wecken wollte ich ihn deswegen auch nicht! Also ging es bei etwa 8 Grad Celsius in Badeshorts, und Winterstiefeln nach draußen. Vielleicht war es sogar besser, dass mir das Kameradenschwein, das das Hostel inzwischen verlassen hatte, nicht über den Weg lief! Ich musste schnell feststellen, dass Zipp-Off-Hosen hier absolut off-season waren! Nach dem ich in mehr als 4 Geschäften gefragt hatte, fand ich schließlich in einem kleinen Geschäft eine solche Hose. Hier konnten die Verkäuferinnen zwar kein Englisch, aber nach einer Weile hatte ich doch was ich brauchte! Leider gab es die Hose nur in Weiß, aber das würde sich ohnehin schnell ändern!

Almaty
Almaty

Von hier ging es direkt zu einer Polizeistation, bei der ich mich laut Migrationskarte innerhalb von fünf Tagen zu registrieren hatte. Von den Beamten wusste das allerdings keiner, weshalb es ohne Stempel wieder zurückging! Vielleicht lag es auch daran, dass ich bereits bei der Einreise zwei Stempel bekommen hatte, zumindest war das bei meiner ersten Reise nach Kasachstan so. Am folgenden Tag musste ich mir außerdem noch ein wenig Karton organisieren, um mein Rad für den Flug zu verpacken. Auch das war einfacher gesagt als getan. In sämtlichen im Umkreis befindlichen Geschäften, konnte ich nämlich keinen Karton finden. Schlussendlich landete ich wieder in dem Geschäft, in dem ich zuvor bereits meine Hose gekauft hatte! Mit ein paar Sätzen Russisch, schaffte ich es schließlich das Gewünschte zu bekommen! Mit einem Stapel Altpapier unter dem Arm, ging es schließlich durch die Stadt zurück zum Hostel. Damit hatte ich jetzt noch ein zwei Tage um mir die Stadt etwas anzuschauen.

Kriegsdenkmal in Almaty
Kriegsdenkmal in Almaty

Am Abend vor dem Abflug, verpackte ich schließlich mein Rad! Da ich mein Gewicht gering halten musste, bastelte ich mir nur einen Schutz für die Laufräder. Außerdem Demontierte ich den Spiegel, die Pedale, die Flaschenhalter und drehte den Lenker um 90°. So verpackt, konnte man das Rad noch Rollen und vor allem als Fahrrad erkennen. Da Etihad Airways keinen Karton fordert, war mir vor allem letzteres recht wichtig, da das Fahrrad, dann auch hoffentlich als ein solches behandelt werden würde. Da ich nicht schon verschwitzt ins Flugzeug steigen wollte, fuhr ich am Nachmittag des Folgetags mit dem Taxi zum Flughafen. Zumal ich auch nur so das Rad schon im Hostel verpacken konnte. Der Flughafen in Almaty ist recht modern aber klein, so konnte ich das Fahrrad direkt am normalen Gepäckschalter aufgeben. Mit genau 30 Kilogramm für Fahrrad und Gepäck war ich gerade noch so im Limit für meinen Flug! Als Handgepäck hatte ich zusätzlich noch meinen Rucksack von Exped dabei, der problemlos akzeptiert wurde. Die Lenkertasche stellte ich einfach in den Rucksack, was den Vorteil hatte, dass ich im Flugzeug den Rucksack nach oben legen konnte, während ich die Lenkertasche unter dem Sitz hatte. Nach dem Umsteigen in Abu Dhabi, saß ich nun endlich im Flugzeug Richtung BANGKOK, welches ich am Morgen des nächsten Tages erreichte!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0