Stromversorgung auf dem Fahrrad

Längst haben sich elektronische Geräte auch auf Radreisen etabliert! Wo es früher maximal eine Kamera und einen einfachen Fahrradtacho gab, sind heute Digitalkamera, Smartphone, GPS, Pulsmesser oder sogar Notebooks vorhanden. Wer sich dafür entscheidet, diese Art von Geräten mitzuführen, wird aber früher oder später bei einem anderen Problem landen: Der Stromversorgung! Um diesem Problem zu begegnen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die ich im folgenden Artikel vorstellen möchte.

Powerbank (externer Akku)

Die einfachste und günstigste Lösung ist das Mitführen einer Powerbank also einem externen Akku. Diese sind in den letzten Jahren bedeutend besser und vor allem günstiger geworden. Wer ohnehin alle paar Tage in einem Hotel/Hostel oder auf einem Campingplatz übernachtet, ist damit also bestens bedient! Im Vergleich zu anderen Systemen, sind hier außerdem keinerlei Montagearbeiten notwendig, was diese Variante vor allem auch für Gelegenheitsnutzer interessant macht. Ein weiterer Vorteil dieser Geräte besteht darin, dass man nur den Akku an eine Steckdose anschließen kann. Dies hat beispielsweise auf Campingplätzen den Vorteil, dass das Gerät beim Besitzer bleibt, während der Akku in den Sanitäranlagen oder der Rezeption zum Laden liegt. Hiermit bleiben das Gerät und die Persönlichen Daten beim Besitzer, wodurch im Fall der Fälle "nur" der Akku gestohlen wird. Das wichtigste Kriterium bei einer Powerbank ist die Speicherkapazität, die in „mAh“ angegeben wird. Um herauszufinden, welche Powerbank benötigt wird, muss man sich einfach überlegen, welche Geräte wie oft geladen werden sollen. Allerdings werden die angegebenen Werte NIE erreicht. Meist liegt die nutzbare Kapazität nur bei 60-80% der Herstellerangabe, was man beim Kauf berücksichtigen sollte! Neben der Speicherkapazität, unterscheiden sich diese externen Akkus auch in der Anzahl und stärke der USB-Ausgänge. Gerade wer ein Smartphone oder gar ein Tablet während der Nutzung weiter aufladen möchte, sollte darauf achten zumindest einen Ausgang mit 5V und 2A zu haben. Neuerdings sind auch Systeme auf dem Markt, die mit zwei USB-Kabeln gleichzeitig geladen werden können, um die Ladezeit zu reduzieren. Getestet habe ich diese Systeme bislang allerdings nicht. Ich selbst nutze eine Powerbank von „EasyAcc“ mit einer Speicherkapazität von 15000 mAh. Mit dieser kann ich auch mehrere Tage autark durch die Gegend fahren.

Solarpanel

Durch ein Solarpanel, kann die Sonnenenergie in Elektrizität umgewandelt werden. Da diese Geräte in den letzten Jahren deutlich günstiger und leichter geworden sind, erfreuen sie sich im Outdoorbereich einer immer größeren Beliebtheit. Wer hier keine besonderen Anforderungen wie Wasserdichtigkeit hat, wird hier auch schon zu recht günstigen Preisen fündig. Im Vergleich zu einer Powerbank, genießt man mit einem Solarpanel, solange das Wetter mitspielt, absolute Unabhängigkeit. Im Vergleich mit der Stromversorgung über den Dynamo, wird der Strom außerdem unabhängig vom Radfahren produziert, womit man auch bei langsamen Bergetappen oder Ruhetagen immer genügend Strom hat. Wer keine andere Form der Stromerzeugung nutzt, sollte trotz allem noch eine Powerbank mitnehmen, um schlechtes Wetter überbrücken zu können. Da ich das Solarpanel bei schlechtem Wetter mangels Leistung, bei schlechtem Wetter ohnehin immer in den Taschen verstaute, entschied ich mich gegen eine wasserdichte und damit deutlich teurere Version. Mit dem Kajak oder Kanu sieht das natürlich anders aus, da das Panel hier auch bei gutem Wetter nass werden kann. Hier habe ich gutes von SIStech gehört, allerdings selbst nie getestet.

 

Ich selbst hatte für längere Zeit ein 14 Watt Solarpanel der Firma „Anker“ im Einsatz. Sofern ich genug Sonnenstunden hatte, stand den vollen Akkus damit nichts mehr im Wege. Allerdings bringen diese Geräte, nur bei direkter Sonneneinstrahlung, die volle Leistung. Da dies bei der Montage auf dem Rad selten möglich ist, ist es wichtig bei längeren Pausen sowie am Zeltplatz das Panel entsprechend auszurichten. Verkauft habe ich das Solarpanel schließlich nicht aufgrund mangelnder Leistung, sondern weil die Leistung einfach nicht mehr benötigt wurde, da mein Dynamo genügend Strom produzierte. 

Stromversorgung über den Nabendynamo

Wer ohnehin einen Nabendynamo am Rad verbaut hat, kann über ein Ladesystem für Smartphones und andere elektronische Geräte nachdenken. Hiermit kann der Strom, der tagsüber produziert wird, für Elektronik genutzt werden. Um den Strom nutzbar zu machen, ist allerdings eine relativ teure Ausrüstung nötig. Auch an Ruhetagen, wird hiermit keinerlei Strom erzeugt, weshalb trotzdem noch eine Powerbank notwendig ist. Des Weiteren erfordern diese Systeme einen deutlich höheren Installationsaufwand, als die vorher genannten Methoden. Im Gegenzug hat man dann aber eine wetterunabhängige Möglichkeit, um seine elektronischen Geräte zu laden. Ein bekanntes aber recht teures Gerät ist das "E-Werk" von "Busch&Müller", das den Strom für Elektronikgeräte nutzbar macht. Um das Gerät unterbrechungsfrei laden zu können, wird zudem noch ein Pufferakku benötigt. Auch wenn das System vollkommen Wasserdicht ist und von vielen am Rahmen montiert wird, ziehe ich es vor die Geräte in meiner Lenkertasche zu verstauen, um das Diebstahlrisiko zu minimieren. Hierfür verwende ich die Ortlieb Ultimate 6M Pro e Lenkertasche, welche eine integrierte Kabeldurchführung aufweist. Diese Kombination habe ich nun seit über 13000 Kilometern im Einsatz und bin nach wie vor damit zufrieden.

 

Eine Alternative zum E-Werk ist der ebenfalls sehr beliebte Forumslader, bei dem allerdings deutlich mehr gelötet werden muss!

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Kommentare: 2
  • #1

    Günther Claus (Dienstag, 09 Februar 2016 19:28)

    Hallo Emil,
    durch Deinen Beitrag über Solarpaneel bin ich auf Deine Webseite gekommen. Die Erläuterungen sind sehr gut und verständlich. Trotzdem habe ich eine Frage: Du benutzt eine Powerbank EasyAcc
    und B&M E-Werk +Akku.
    Nun meine Fragen: Wieso benützt Du das B&M E-Werk +Akku plus Powerbank EasyAcc?
    Wäre es nicht billiger und einfacher das B&M USB-Werk und die Powerbank EasyAcc einzusetzen? Oder wie lange benötigt man beide Pufferakku am Nabendynamo zu laden.
    Falls Du bei Deiner tollen Reise noch Zeit hast mir zu antworten bedanke ich mich schon im Vor raus LG Günther
    Übrigens Deine Negativ Meinung von der Ortlieb Lenkertasche habe ich auch schon von anderer Seite gelesen.

  • #2

    Emil (Mittwoch, 10 Februar 2016 14:30)

    Hallo,
    vielen Dank für deinen Kommentar!
    Den B&M Pufferakku verwende ich, dass die Ladung meiner Endverbraucher nicht bei jedem kurzen Stopp unterbrochen wird. Wenn man beispielsweise das Smartphone direkt am E-Werk anschließen würde, würde bei jedem Stopp an einer Ampel das Display angehen. Neben dem Energieverlust durch das eingeschaltete Display, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sich dies positiv auf die Lebensdauer des Akkus auswirkt.
    Den EasyAcc lade ich nur wenn alle anderen Verbraucher geladen sind, oder wenn ich auf sehr schlechten Pisten unterwegs bin. Bei letzterem, lässt sich hiermit der Anschluss der meist recht teuren Geräte schonen! Ansonsten wird die Powerbank vor allem in Hostels geladen, um eine zusätzliche Energiereserve zu haben!
    Wenn man E-Werk - Pufferakku - Powerbank schaltet sind die Verluste recht hoch und jedes Mal die Schraubanschlüsse zu öffnen um E-Werk - Powerbank zu schalten macht auch keinen Spaß

    LG Emil