Langzeittest Primus Kocher Omnilite TI 

Bislang kochte ich auf meinen Touren immer mit Holz oder Spiritus, doch für meine Weltreise suchte ich nach einem anderen Kocher. Zum einen gibt es nicht immer trockenes Holz und zum anderen ist auch Spiritus außerhalb Europas nicht immer einfach zu  bekommen!

Primus Omnilite TI (Flasche nicht original)
Primus Omnilite TI (Flasche nicht original)

Auch einen Gaskocher wollte ich aufgrund der lückenhaften Versorgung mit Gaskartuschen vermeiden. Deshalb entschied ich mich schließlich für einen Kocher, der mit fast allen Brennstoffen funktioniert, genauer ausgedrückt ein Multifuel-Kocher. Diese Art von Kochern kommt neben Benzin auch mit Petroleum, Diesel oder Kerosin klar, wobei letztere eher als Notlösung anzusehen sind. Einige Modelle funktionieren außerdem mit Gaskartuschen, womit auch das Kochen im Zelt möglich wird. Ich entschied mich für den „Omnilite TI“ der Firma Primus, der es ebenfalls ermöglicht Gas zu nutzen. 

Schon beim Auspacken fällt auf, dass der Kocher deutlich leichter ist, als viele andere Modelle. Warum allerdings eine bleischwere Tasche mitgeliefert wird, bleibt das Geheimnis von Primus, mit fast 140 Gramm, ist Diese jedenfalls deutlich zu schwer geraten. Im Lieferumfang sind neben der Tasche folgende Artikel enthalten:

  • Windschutz (Aluminiumblech)
  • Bodenreflektor (Aluminiumblech)
  • 0,35 Liter Brennstoffflasche
  • eine Tasche
  • Drei verschiedene Düsen (Gas, Benzin und Gas)
  • ein Miniwerkzeug
  • eine Tube Fett
  • Anleitung

Der Kocher wirkt durchweg edel verarbeitet und glänzt durch viel Metal und wenig Plastik. Beim Omnilite TI wurden viele Teile durch Titan ersetzt. So sind sowohl die Beine/Topfauflage als auch der kleine integrierte Windschutz aus Titan gefertigt. Beim Aufklappen merkt man direkt die Qualität der Verarbeitung. Klappern oder Wackeln? - Nicht vorhanden!

Da ich nur Benzin zum Testen zuhause hatte, musste ich zunächst die Düse wechseln. Hierfür muss zunächst der integrierte Windschutz abgeschraubt werden. Anschließend kann die Düse mit dem Mitgelieferten Miniwerkzeug herausgeschraubt werden. Hier wäre dann allerdings auch schon der zweite Kritikpunkt: Das Werkzeug ist zu ungenau und passt nicht auf die Schraube der Düse! Mit einer kleinen Schlüsselfeile ist dies allerdings schnell zu beheben. Zum Anheizen des Kochers wird nun die Flasche mit Benzin gefüllt und mit der Pumpe mit ausreichend Druck versehen. Jetzt wird die Flasche mit der Beschriftung "ON" nach oben auf den Boden gelegt. Der mit der Flasche verbunden Kocher, wird auf den Bodenreflektor gestellt. Dann wird zunächst der Hahn an der Flasche geöffnet. Jetzt wird der zweite Hahn am Kocher für einige Sekunden geöffnet und wieder geschlossen. Das ausgetretene Benzin befindet sich jetzt in dem kleinen Fließ unterhalb der Düse und kann jetzt angezündet werden (VORSICHT STICHFLAMME). Ich verwende dazu anstelle eines Feuerzeugs einen Feuerstahl, der den Vorteil hat unter allen Umständen zu funktionieren! Außerdem, wird der Zündfunken direkt in den Kocher befördert, was das Anzünden deutlich erleichtert 

Nach etwa 30-40 Sekunden (je nach Umgebungstemperatur), kann auch der zweite Hahn wieder geöffnet werden, womit ihr eine blaue, zum Kochen geeignete Flamme bekommt. Hier wären wir dann beim nächsten Kritikpunkt: Der Kocher hört sich an wie ein Düsenjet, das können andere Kocher definitiv besser bzw leiser! Die Flamme lässt sich dank des zweiten Hahns hervorragend einstellen, weshalb auch Gerichte wie Spiegelei oder  Pfannkuchen gelingen, ohne anzubrennen! Um Brennstoff zu sparen, solltet ihr beim Kochen unbedingt einen Windschutz verwenden. Der mitgelieferte Windschutz reicht völlig aus, ein faltbarer Windschutz ist allerdings komfortabler zu bedienen.

Zum Abschalten des Kochers, muss die Flasche jetzt so geschwenkt werden, dass die Beschriftung "OFF" nach oben zeigt. Der Kocher brennt jetzt je nach Einstellung noch etwa 30-60 Sekunden nach, wobei der in der Leitung befindliche Brennstoff verbrannt wird. Anschließend geht der Kocher automatisch aus. Nach dem Abkühlen des Kochers, kann die Benzinflasche abgeschraubt werden. Entgegen der Versprechungen, läuft mir dabei meist aber doch noch etwas Benzin über die Finger.

Das gefällt mir:

  • Edle Verarbeitung
  • Sehr leichter Kocher
  • Hervorragende Regulierung der Flamme
  • Verbrennt auch Gas

Das könnte verbessert werden:

  • Andere Tasche (vieeel leichter)
  • Passgenauigkeit des Werkzeugs
  • Bodenreflektor (durch das Falten bricht er bereits nach kurzer Zeit)

Fazit nach über 6 Monaten intensiver Nutzung: 

Nach über 6 Monaten intensiver Nutzung, funktioniert der Primus Omnilite TI nach wie vor einwandfrei! Außer dem gelegentlichen Freistechen der Düse, war am Kocher, trotz zum Teil schlechter Benzinqualität, keinerlei Wartung oder gar Reparatur nötig.  Der Bodenreflektor ist allerdings wie erwartet nach einiger Zeit gebrochen. Auch das Kleine Fließ unterhalb der Düse (Verschleißteil) wurde bereits ausgetauscht. Da ich unterwegs keinen Ersatz bekommen habe, weiß ich jetzt, dass es auch problemlos ohne diesen Fließ funktioniert. Außerdem  habe ich für länger Unabhängigkeit, die Brennstoffflasche gegen eine Größere ausgetauscht.

Damit kann ich dem Kocher, trotz des hohen Preises,  meine uneingeschränkte Empfehlung für all diejenigen aussprechen, die einen leichten und robusten Kocher suchen, der mit fast allen Brennstoffarten genutzt werden kann. Wer dagegen weniger aufs Gewicht achten muss, kann problemlos auch zu einem günstigeren Model greifen. Während meiner Reise konnte ich auch andere Kocher testen und stellte fest, dass der Primus Omnilite TI einer der Kocher ist, die sich am besten regulieren lassen, wer dagegen auf maximale Leistung aus ist, ist bei größeren Modellen besser aufgehoben.

Andere Multifuel Kocher:

  • Primus Multifuel
  • MSR Whisperlight
  • Optimus Nova
  • Vaude Markill Multifuel Stove Phoenix
  • Edelrid Hexon Multifuel
  • SOTO Muka Stove

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Kommentare: 3
  • #1

    Martin (Sonntag, 26 Juni 2016 14:44)

    Schön geschrieben, vielen Dank für den Erfahrungsbericht!

  • #2

    Edmund Lawrenz (Freitag, 06 Januar 2017 18:53)

    Überschaubare und präzise Beurteilung. Für meine Kaufentscheidung sehr nützlich. Vorallem der Verweis auf andere Modelle ist hilfreich und zeigt nicht so die Festlegung und positive Verzerrung. Danke für die Arbeit.

  • #3

    Fabian (Montag, 26 Juni 2017 11:21)

    Vielen Dank fürs teilen der Erfahrungen mit dem Kocher, der Bericht ist meiner Meinung nach sehr gut und neutral geschrieben.