Europäischer Teil der Türkei

Nachdem ich an der Grenze etwa 15-20 Minuten verbracht hatte, rollte ich gegen Mittag dann endlich über türkische Straßen Richtung Istanbul. Entlang der mehrspurigen Straße war es allerdings nicht ganz so einfach einen geeigneten Platz fürs Campen zu finden. Also fragte ich bei einem Restaurant, ob ich mein Zelt hinter dem Gebäude aufstellen könnte. Nein, das sei leider nicht möglich, stattdessen wurde ich mitsamt Fahrrad in ein angebautes Zimmer geführt, in dem ich zusammen mit einigen Vögeln die Nacht verbrachte. Zuvor galt es natürlich den hungrigen Magen zu stillen!

Endlich in der Türkei
Endlich in der Türkei

Am nächsten Morgen wurde ich außerdem zum Frühstück eingeladen. Des Weiteren wurde mir eine ganze Tasche voll mit Käse, Oliven und Getränken überreicht. Ablehnen oder bezahlen war nicht möglich! Nach dem ich mich verabschiedet und die Vorräte verstaut hatte, ging es zurück auf die Straße. Ohne erwähnenswerte Zwischenfälle rollte ich nun bis etwa  10 km westlich von Silivri. Hier fand ich einen kleinen Campingplatz um mein Zelt aufzubauen. Allerdings waren die Sanitären Anlagen, wenn man Sie denn so nennen möchte, nicht wirklich zu benutzen. Außerdem war es aufgrund der Straße sehr laut. Eigentlich schlief ich nur, weil ich zu müde war, um wach zu sein. Am nächsten Morgen ging es zurück auf die Straße. In Silivri gab es dann endlich auch eine parallel verlaufende Autobahn, weshalb ich mir etwas weniger Verkehr erhoffte. Allerdings bedeutete das nur, dass der Pannenstreifen weg viel, der Verkehr aber mindestens genauso viel war. Nun durfte ich also auf einer zweispurigen Straße ohne Pannenstreifen weiterfahren.

Tourenradler aus Istanbul
Tourenradler aus Istanbul

Während einer Pause wurde ich von zwei türkischen Radfahrern überholt, die ebenfalls auf dem Weg nach Istanbul waren. Also beschlossen wir ein Stück zusammen zu fahren. Da diese allerdings in einen westlichen Stadtteil fuhren, musste ich die letzten 30 km alleine fahren. Außerdem wurde der Verkehr hier zunehmend zäher. Verglichen mit der Fahrt ins Stadtzentrum von Istanbul, wirkte die Fahrt nach Rom fast wie ein Erholungsurlaub. Auf Straßen mit 3-4 Spuren auf denen Fünfspurig gefahren wird, kann es mit dem Rad doch etwas stressig werden. Am Abend erreichte ich dann schließlich ein Hostel im Stadtteil Beyoglu. Während es in den drei Tagen davor jeweils über 100 Kilometer waren, waren es heute „nur“ 99 Kilometer. Als erstes gab es hier erst einmal eine Dusche. Nur aus dem früh ins Bett gehen wurde mal wieder nichts, da ich noch einen Norweger und einen in Norwegen lebenden US-Amerikaner traf. Wir beschlossen zusammen noch ein Bier trinken zu gehen. Um 03:00 Uhr morgens ging es dann endlich ins Bett. Folglich schlief ich am darauffolgenden Tag recht lange.

Ausblick von der Galatabrücke in Istanbul
Ausblick von der Galatabrücke in Istanbul

Da ich diesen Tag ohnehin zum Ausruhen eingeplant hatte, störte dies allerdings wenig. Bis auf einen kurzen Einkauf, verbrachte ich diesen Tag größtenteils im Hostel. Am folgenden Tag besichtigte ich dann mal den ersten Teil des Stadtteils „Beyoglu“. Am Abend hatte ich mich noch mit Dimitri und Micha verabredet; Zwei Radfahrer die ich schon zuvor auf der Strecke getroffen hatte. Leider ließ sich in dieser Touristengegend kein vernünftiges Restaurant finden. Die Portionen waren zu klein und der Preis zu hoch. Deshalb sahen wir uns gezwungen, nach dem Restaurant noch einen Döner zu kaufen, um satt zu werden. Anschließend ging es dann gesättigt zurück ins Hostel. Am folgenden Tag, hatte ich mich mit Dimitri verabredet um den Stadtteil „Beyoglu“ noch vollständig anzuschauen. Da wir noch einige Outdoorgeschäfte fanden, konnten wir auch gleich noch ein paar benötigte Gegenstände kaufen. Für mich gab es eine neue Benzinflasche die mit 450ml zwischen meinen beiden anderen Flaschen liegt. Hiervon erhoffte ich mir mindestens die große Flasche heimzuschicken. Nach einem Test soll dann auch die kleine Flasche aus den Packtaschen verschwinden. Am Nachmittag kochte ich mir, aufgrund der schlechten Erfahrungen mit Restaurants im direkten Umkreis, noch etwas zu essen. Den Abend verbrachte ich damit, mich mit anderen Leuten zu unterhalten, und mich um die Visa zu kümmern. Am nächsten Morgen ging ich direkt nach dem Frühstück in die Stadt um mich mit Florian zu treffen. Er ist ebenfalls in Deutschland weggefahren und hat eine ähnliche Routenplanung wie ich. Seinen Blog findet ihr hierBei einem Tee redeten wir über die gefahrene und die noch geplante Route und wie man am geschicktesten die nötigen Visa bekommt. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, schaute ich mir noch einen Teil der Altstadt an.

Istanbul bei Nacht
Istanbul bei Nacht

Sehenswürdigkeiten wie die „Blaue Moschee“ oder die „Hagia Sophia“ durften natürlich ebenfalls nicht fehlen. Auch am folgenden Tag ging es in die Altstadt, wo ich rein zufällig Diego aus Chile traf, der im selben Hostel übernachtete. Nachdem wir eine Moschee, einen Basar und ein paar andere Dinge angeschaut hatten, verabschiedeten wir uns. Ich machte mich nun alleine auf, um mir einen weiteren Basar sowie das Aquädukt der Stadt anzuschauen. Am folgenden Morgen setzte ich mit der Fähre nach Asien über um mein Rad zum Händler zu bringen. Außerdem wollte ich mir mit Florian die asiatische Seite der Stadt anschauen. Auf dem Weg zum Radhändler merkte ich, dass mein Nabendynamo spiel hatte. Da zum Tauschen das ganze Vorderrad neu aufgebaut werden musste, erhöhten sich nicht nur die Kosten merklich, sondern ich musste auch zwei Tage warten. Da unsere Hostels für den nächsten Tag allerdings beide ausgebucht waren, mussten wir auch noch umziehen, weshalb wir uns direkt ein Hotel für den nächsten Tag reservierten. Für mich hieß das, dass ich mein Gepäck nun ohne Rad zum anderen Hotel schaffen musste.

Blaue Moschee in Istanbul
Blaue Moschee in Istanbul

Auf der asiatischen Seite konnten wir mein Gepäck allerdings auf sein Rad packen, wodurch es nur einen Teil der Strecke getragen werden musste. Im Hotel setzten wir uns direkt an den PC um einen Visaantrag auszufüllen…..irgendwann muss es ja klappen. Nach einem kurzen Mittagessen ging es dann zum Radhändler um mein Rad abzuholen. Mit dem frisch reparierten und gewarteten Rad ging es nun zurück zum Hotel. In der Stadt hatten sich, aufgrund der angekündigten Demonstrationen, bereits am frühen Morgen unzählige Polizisten in Stellungen gebracht. Für unseren Teil beschlossen wir allerdings, den ersten Mai nicht irgendwo zwischen Wasserwerfern und Tränengas zu verbringen. 

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