Kroatien und Bosnien

An der Grenze zu Kroatien nahm der Beamte meinen Pass entgegen und fragte mich auf Deutsch: „wohin reisen Sie?“ Nach einer kurzen Erklärung schaute er etwas komisch, gab mir aber den Pass zurück und öffnete die Schranke. Nach dem ich mich an einem Geldautomaten mit Kroatischen Kuna eingedeckt hatte, konnte es nun mit voller Fahrt Richtung Rijeka gehen.Übernachtung bei Rijeka Hier ging ich abermals in einen Supermarkt, um mir etwas fürs Abendessen zu kaufen. Um die Stadt anzuschauen blieb mir leider nur wenig Zeit, da bereits die Dämmerung einsetzte. Da die Campingplätze in Kroatien im März größtenteils noch geschlossen haben, war es gar nicht so einfach einen Schlafplatz zu finden. Außerdem hatte ich bereits Fisch fürs Abendessen gekauft, womit die Option einer Hotelübernachtung ausfiel. Als ich zwei Passanten nach einem Platz zum Zelten fragte, zeigten diese auf einen kleinen, unterhalb der Straße gelegenen, Strand und meinten: „I think it´s okey to sleep here, nobody will call the cops!“

Nachdem ich bei einem der Anwohner nachgefragt hatte, machte ich mich also daran, meine Taschen nach unten zu tragen. Bis auf einige Jugendliche war der Strand leer, wodurch ich genug Platz hatte mein Zelt aufzubauen. Anschließend fing ich direkt an, mir endlich was zum Essen zu machen. Übernachtung nördlich von SenjDie Fische die ich gekauft hatte, mussten zuerst noch ausgenommen und filetiert werden, was aber kein größeres Problem war. Erst jetzt konnte ich Sie braten. Da aber das Spülen bekanntlich das schlimmste am Kochen ist, verwendete ich so viel Öl, dass Sie eher frittiert, als gebraten wurden. Am nächsten Tag, folgte ich der Küstenstraße, weiter Richtung Süden. Am Abend sah ich einige Kilometer nördlich von Senj einige Personen auf einem Campingplatz und fragte nach, ob dieser geöffnet ist. Er meinte nur, dass ich mein Zelt gerne aufstellen könne. Erst später stellte sich heraus, dass der Campingplatz eigentlich noch geschlossen hatte und es deshalb auch weder Duschen noch Toiletten gab. Dafür gab es aber auch keine Rechnung, was ja auch nicht schlecht ist. Wenn man schon direkt am Meer ist, sollte man ja eigentlich auch baden, also ging es ab ins ars….äh eiskalte Wasser, um zu Schwimmen.  Küstenstraße KroatienAnschließend ging es dann direkt in den warmen Schlafsack. Im Zelt konnte ich dann am Netbook noch einige Bilder sortieren, sowie etwas an diesem Text hier weiterschreiben. Tags darauf erfuhr ich in Senj, von anderen Touristen aus Deutschland, dass der Nationalpark „Plitvizer Seen“ aufgrund von Schnee nur teilweise begehbar ist. Daher beschloss ich weiter der zwar bergigen aber sehr schönen Küstenstraße zu folgen. Da ich auch hier nirgendwo einen geöffneten Campingplatz finden konnte, nahm ich mir in Karlobag ein Hotel. Auch am folgenden Tag folgte ich der Küstenstraße Richtung Süden. Am Abend erreichte ich dann in Starigrad einen Campingplatz. Noch bevor ich mein Zelt aufbauen konnte, traf ich eine andere, aus vier Personen bestehende Reisegruppe. Diese bestand aus einem Bulgaren, einer Polin und zwei Personen aus Montenegro. Erst nachdem wir gemütlich gegessen und uns verabschiedet hatten, konnte ich mein Zelt aufbauen. Am folgenden Tag, stand mal wieder Regen und Gegenwind auf dem Programm.Krka Nationalpark in Kroatien Also fuhr ich bei schlechtem Wetter weiter Richtung Sibenek. An diesem Tag fuhr ich größtenteils etwas abseits der Küste. In diesem nicht touristisch erschlossenen Teil, war der Krieg noch an vielen Stellen sichtbar. Überall standen mit Einschusslöchern übersäte Ruinen von Wohnhäusern. Bei einigen Häusern war kaum zu glauben, dass hier nach wie vor Menschen leben. Erst in der Abenddämmerung erreichte ich das östlich von Sibenik gelegen Skradin. Am folgenden Morgen machte ich mich auf, den nahe gelegen Krka-Nationalpark zu besichtigen. Der Eintritt kostete zu diesem Zeitpunkt volle 90 Kuna was etwa 13€ entspricht; Immerhin ist die Bootsfahrt inbegriffen, mit der man in den Park gelangt. Schon die Bootfahrt war sehr schön. Im Park selbst erwartete mich dann gleich mal ein großer Recht beeindruckender Wasserfall. Von hier konnte ich dann über Holzstege durch weitere Teile des Parks laufen. Zum Glück sind um diese Zeit noch nicht allzu viele Touristen im Park, wodurch man entspannt über die Stege laufen kann, ohne Angst zu haben direkt im Wasser zu liegen. Darüber hinaus, ist es mit etwas Glück möglich, einige Tiere zu beobachten.Echse im Krka Nationalpark Da ich zum Schluss noch etwa 2 Stunden auf mein Boot warten musste, nutzte ich die Zeit um noch ein paar Fotos zu machen. Um den nördlichen Teil des Parks zu besuchen wäre zu viel Zeit nötig gewesen, die mir an diesem Tag nicht mehr zur Verfügung stand. Zu meiner Überraschung traf ich hier im Park erneut auf die Gruppe, die ich bereits zwei Tage zuvor auf dem Campingplatz 90km nördlich getroffen hatte. Als ich mich verabschieden wollte, um mein Boot zu erreichen, boten sie mir an, mich einfach bis Skradin mitzunehmen, da sie hier ohnehin durch müssten. Hier verabschiedeten wir uns dann endgültig und ich ging zurück zum Campingplatz. Dort angekommen machte ich mir noch schnell einige Pfannkuchen, bevor ich mich schlafen legte. Nach diesem fahrradfreien Tag stand nun mal zumindest wieder eine kleine Etappe an, um weiter Richtung Süden zu kommen. Außerdem wollte ich an diesem Tag Šibenik besuchen, was mir am Mittag auch gelang. Da ich am Morgen allerdings erst recht spät gestartet war, fuhr ich heute nur etwas mehr als 50km ehe ich zwischen einigen Olivenbäumen mein Zelt aufschlug. Split in KroatienIn der Nacht setzte dann auch der in der Wettervorhersage versprochene Regen ein. Da dieser gepaart mit einem böigen Gegenwind auftrat, war das Radfahren so gut wie unmöglich und auch gefährlich. Deshalb suchte ich mir schon nach etwas über 21 km einen Campingplatz, um mein Zelt aufzuschlagen. Da es auch hier recht stark stürmte nagelte ich das Zelt, erstmals für diese Tour, mit der vollen Anzahl von 20 Heringen am Boden fest. Am Nachmittag hörte es dann endlich auf zu regnen und ich konnte mir endlich was zu essen machen. In der Nacht ließ dann schließlich auch der Wind etwas nach. Bei immer noch vorhandenem Gegenwind, ging es dann am nächsten Morgen weiter Richtung Split. Hier besichtigte ich die Altstadt und legte auch eine längere Pause ein. Etwa 20 km südlich von Split ging es dann erneut auf einen Campingplatz. Hier hatte ich dann auch Gelegenheit, zur Ausnahme mal etwas aufwändiger zu kochen.Kroatien Küstenstraße nördlich von Makarska Am folgenden Tag ging es dann weiter Richtung Makarska. Zu Beginn der Etappe wählte ich die bergige Route durchs Hinterland. Diese sehr schöne Strecke war jeden einzelnen zusätzlich gefahrenen Höhenmeter wert. Am Mittag wechselte ich wieder einmal auf die wunderschöne und an dieser Stelle eher bergige Küstenstraße. Als ich am Nachmittag gerade Makarska erreicht hatte, setzte ein Platzregen ein. Nachdem ich bereits 20min auf ein Aufhören des Regens gewartet hatte, beschloss ich mir einen Platz zum Übernachten zu suchen. Währenddessen begrüßte mich ein anderer Radfahrer aus Deutschland. Nachdem er Deutschland zu Fuß umrundet hatte, machte er sich nun daran Europa auf dem Rad zu umrunden. Hierfür nutzt er immer den "normalen" Urlaub. Im nächsten Urlaub setzt er seine Reise dann dort fort, wo er sie zuletzt beendet hatte. Seine Seite heißt stefan-rocker.eu. Da ich keinen geöffneten Campingplatz finden konnte ging ich in ein sehr günstiges aber trotzdem sauberes Hostel in der Stadt.Altstadt von Dubrovnik/ Kroatien Am Abend kaufte ich mir im Hafen noch zwei Fische, die ich direkt ausnahm und zubereitete. Der Regen hatte nun zwar etwas nachgelassen, dafür aber ein recht heftiger Sturm eingesetzt, so dass ich froh war, nicht im Zelt zu schlafen. Leider hatte der Sturm auch am nächsten Morgen noch nicht nachgelassen. Daher entschied ich mich noch eine weitere Nacht im Hostel zu bleiben. Am nächsten Morgen hatte der Sturm endlich nachgelassen. Diese Stürme, genannt Bura, gibt es hier regelmäßig im März. Nun konnte es aber endlich los gehen. Dank eines angenehmen Rückenwinds schaffte ich an diesem Tag mehr als 122km was für diese Reise ein neuer Rekord war. Auch den kurzen Abschnitt in Bosnien konnte ich heute durchfahren. In der Abenddämmerung ging es wieder mal auf einen geschlossenen Campingplatz. Damit viel sowohl die Dusche, aber auch die Bezahlung weg. Am folgenden Morgen hatte der Wind wieder nach Norden gedreht, was für mich Gegenwind bedeutete. Trotzdem gelang es mir am frühen Nachmittag die Stadt Dubrovnik zu erreichen. Auch hier versuchte ich auf einem Campingplatz für zwei Tage mein Zelt aufzustellen. Allerdings war nur die Rezeption besetzt. Mein Zelt konnte ich immerhin auf dem Parkplatz aufstellen. Hierdurch lag Tagsüber natürlich auch mein Netbook und das sonstige Equipment auf dem Parkplatz. Am Nachmittag fuhr ich mit dem Rad noch kurz in die Stadt um mich mal ein wenig umzusehen. Dies bedeutete allerdings mehr als 5 km und einige Höhenmeter pro Strecke. Nach etwa einer Stunde fuhr ich zurück zum Zelt. Altstadt von Dubrovnik/ KroatienDen nächsten Tag hatte ich für die Besichtigung der Stadt eingeplant. Also fuhr ich am Morgen zurück in die Altstadt und schloss mein Rad ab. Die Besichtigung der Stadtmauer, die überall empfohlen wird, erwies sich mit 100 Kuna (etwa 14 Euro) als sehr teuer. Im Gegenzug hatte man auch einen sehr guten Ausblick auf die Stadt. Außerdem lernte ich hier Xiaohan, eine junge Chinesin kennen, die derzeit in England wohnt. Wir beschlossen die Stadt zusammen anzuschauen. Nach dem wir uns verabschiedet hatten, ging ich zurück zu meinem Rad. Es war nicht nur alles am Rad geblieben, was ich zurück gelassen hatte, sondern es war sogar noch etwas dazugekommen. Als ich meine Lenkertasche montieren wollte, bemerkte ich einen Zettel der an meinem Rad angebracht war. Er stammte von Tilly und Christian, die mit dem Rad quer durch Europa gefahren sind. Auf dem Zettel fragten sie mich etwas über mein Rad und hinterließen auch ihre mai-Adresse. Nachdem ich geantwortet hatte fuhr ich zu einem Supermarkt um mir etwas fürs Abendessen zu kaufen. Heute Stand Fisch und Nudeln mit Lauch, Sahne und Eiern auf dem Programm. Warmshower Host in Südkroatien Beim Hinausgehen bemerkte ich ein offenes W-lan Netz. In der Zwischenzeit hatte ich bereits eine Antwort, beziehungsweise eher eine Einladung zu einem Bier in der Stadt erhalten. Leider hatte ich schon Fisch gekauft, den ich zuerst zubereiten musste. Also verabredeten wir uns einfach auf etwas später. Nun ging es also ab zur nächsten Tankstelle, um Benzin zum Kochen zu kaufen und dann zurück zum Campingplatz. Meine Ausrüstung war noch vollständig vorhanden und ich fing an mein Essen zuzubereiten. Nach dem Essen ging es direkt zurück in die Stadt, um endlich das verdiente Bier zu trinken. Hier tauschten wir uns über die gefahrene Route aus. Außerdem bekam ich auch einige Tipps zu meiner geplanten Route. Am Abend ging es dann zurück zum Zelt, wo inzwischen 3 weitere Fahrzeuge zum Übernachten geparkt hatten. Für den nächsten Tag war dann endlich die Weiterreise Richtung Montenegro vorgesehen. Matthieu beim Musik spielen Nachdem ich anfangs auf einer recht stark befahrenen Straße fahren musste, konnte ich gegen Mittag endlich auf eine kleinere Nebenstraße wechseln. Am späten Nachmittag kam ich an einem recht interessant gestalteten Haus vorbei, welches ein sehr großes Schild für Couchsurfing, sowie die gleichartige Gruppe „warmshowers“ hatte. Das sah doch mal gut aus. Als ich mein Rad auf dem Hof abstellte, wurde ich gleich mal von 4 Hunden empfangen. Kurz darauf öffnete mir ein älterer Mann die Tür und zeigte mir einen Platz zum Übernachten. Im Gespräch erfuhr ich, dass er hier schon viele Backpacker und Radfahrer beherbergt hatte. Allerdings gab es hier weder eine richtige Dusche, noch ein richtiges WC. Etwa eine halbe Stunde nach mir erreichte ein weiterer Radfahrer das Haus. Es war Matthieu aus Frankreich der seit etwa 10 Monaten unterwegs war, und sich nun auf dem Weg zurück nach Frankreich befindet. Während andere Reisende immer versuchen möglichst wenig mitzunehmen, hatte er ein ganzes Akkordeon dabei. Nebenstraße in Südkroatien Mit diesem spielt er vor allem in den größeren Städten um seine Reisekasse etwas aufzubessern. Durch die ganzen Hunde war es gar nicht so einfach noch etwas zu kochen, ohne dass diese ihren Kopf in unserem Essen hatten. Schlussendlich gelang es uns dann allerdings doch. Während ich am nächsten Morgen mein Zeug zusammenpackte, probte er noch einmal auf dem Akkordeon. Livemusik beim Packen hat man auch nicht immer! Nachdem wir uns verabschiedet hatten, ging es für mich endlich nach Montenegro.

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