Albanien

Der stressige Verkehr rund um die Stadt Shkoder erinnert mich stark an Marokko. Nach nur etwa 25 Kilometern suchte ich mir in der Stadt ein Hostel. Auch hier lernte ich einige interessante Leute kennen, so dass ich am nächsten Morgen erst recht spät startete. Aber immerhin war es das erste Hostel, das ich nach einer Nacht wieder verlassen habe!

 Moschee in Shkoder
Moschee in Shkoder

Die Straßenränder sind hier leider mit Müll übersäht, was die sonst recht schöne Landschaft erheblich stört. Als ich dann am Horizont die schneebedeckten Berge sah, beschloss ich: „Da muss ich Durch!“ Also wurde die Routenplanung mal wieder über den Haufen geworfen und ich verlegte meine Route in die Berge. Von Shkoder aus ging es nun über die Straße in Richtung Kukes. In den Bergen wurde sowohl der Müll am Straßenrand. als auch der Verkehr deutlich weniger. Auch die Landschaft war hier absolut gigantisch! Durch die sehr vielen und vor allem steilen Berge, ging die Kilometerleistung natürlich deutlich zurück. Nach weniger als 50 Kilometern baute ich dann schließlich mein Zelt auf.

Am nächsten Morgen versuchte ich zunächst in Puke ein Brot zu kaufen, was sich als deutlich schwieriger herausstellte als zunächst angenommen. Die ersten 3 „Supermärkte“, wenn man sie denn so nennen mag, hatten jeweils kein Brot. Also hieß es nach einer Bäckerei zu fragen: „Do you speak english or sprechen sie Deutsch?“ „Blabliblub albani blub blub“ na toll. Bei der zweiten und dritten Person genau das gleiche. So kam ich also schon mal nicht weiter. Juhu offenes W-lan….endlich eine Möglichkeit zu schauen, was Brot oder Bäckerei auf Albanisch heißt. Mit diesem Wissen, versuchte ich es also erneut. Nun wurde ich zu einem kleinen Laden geschickt.

 Passauffahrt in Albanien
Passauffahrt in Albanien

In weißer Schrift auf hellgrauem Grund stand hier tatsächlich „furre“ (Albanisch Bäckerei) geschrieben, das konnte man ja nicht finden. Jedenfalls konnte ich nun endlich mein Brot kaufen! Anschließend folgte ich der Straße weiter Richtung Kukes. Als ich von einer kleinen Straße auf die Hauptstraße wechseln wollte, musste ich feststellen, dass ich auf der falschen Seite der vierspurigen Straße stand. Da es in der Mitte noch so eine tolle Leitplanke gab, ließ sich die Straße auch nicht einfach so überqueren. Die letzten Kilometer wieder zurück zu fahren war allerdings auch keine Option! Also musste das Rad irgendwie da rüber! Zuerst kamen alle Packtaschen weg, um das Zeug einzeln bis zur Mitte zu tragen. Von dort konnte ich nun die anderen zwei Spuren in Angriff nehmen. Zum Glück hatte es nicht so viel Verkehr, womit auch das relativ problemlos möglich war. Jetzt hieß es, ab Richtung Kukes, das ich dann am Nachmittag auch erreichte.

Schneebedeckte Pässe
Schneebedeckte Pässe

Nach dem ich mich im örtlichen Supermarkt mit Lebensmitteln eingedeckt hatte, ging es weiter Richtung Süden. Am Abend baute ich schließlich in den Bergen mein Zelt auf. Aufgeweckt von den ersten Sonnenstrahlen, machte ich mich am nächsten Morgen daran, das Zelt abzubauen. Auch heute galt es wieder viele Höhenmeter zu überwinden. Aber die Anstrengungen lohnten sich allemal. Nach nur etwas mehr als 50 Kilometern, setzte auch schon wieder die Dämmerung ein. Da sich aber weit und breit keine ebene Fläche zum Zelten finden ließ, hieß es zunächst: Weiterfahren! In der Nähe des Dorfes „Bushtrice“, fand ich nun endlich einen geeigneten Platz. Ich hatte gerade angefangen, das Zelt aufzubauen, da kam das erste Kind angerannt. Englisch war natürlich nicht möglich, weshalb ich über Zeichensprache klar machte, dass ich hier Schlafen werde. Das Kind ging zurück zum Dorf. Kurz darauf kamen die nächsten 2 angerannt, diese hatten auch noch einen Hund dabei. Also wieder das Gleiche. Inzwischen wusste wohl schon das halbe Dorf, dass hier jemand übernachtet! Als diese Kinder auch verschwunden waren, verkroch ich mich endlich in den Schlafsack.

 Aufwachen in den Bergen Albaniens
Aufwachen in den Bergen Albaniens

Meine Hoffnung endlich Ruhe zu haben, wurde glücklicherweise erfüllt. Um weiteren Fragen zu entgehen, starte ich am nächsten Morgen bereits recht früh. Der Plan ging auf und ich konnte das Dorf in Ruhe verlassen. Jetzt war es allerdings höchste Zeit, das Frühstück nachzuholen. Nach 50 bergigen Kilometern erreichte ich gegen 15:30 Uhr die Stadt Peshkopi. Auf einer mit Schlaglöchern übersäten Piste ging es hinein in die Stadt. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem Supermarkt, verließ ich die Stadt wieder. Hier gab es einfach nichts zu sehen. Bei einer Abfahrt deuteten mir einige Jugendliche anzuhalten. Natürlich wurde ich auch hier gefragt, wo es hingeht, wo ich herkomme und so weiter. Ein 14 Jähriger Junge war der Einzige der englisch konnte und damit in der Lage war, für die Anderen zu dolmetschen. In Maqellare gab ich meine restlichen Albanischen Lek aus und deckte mich dafür mit Lebensmitteln ein. Gegen 16:00 Uhr passierte ich dann die Grenze nach Mazedonien. Von hier waren es noch über 60 Kilometer bis nach Struga. Hier hatte ich ein günstiges Hotel ausfindig gemacht, welches ich erreichen wollte. Nach drei Tagen wildcampen, konnte eine Dusche ja auch nicht ganz verkehrt sein. Außerdem konnte ich hier auch mal wieder meine Kleidung waschen. 

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