Die ersten Tage einer Reise

Mit gemischten Gefühlen folgte ich nun also der mir recht gut bekannten Strecke Richtung Bodensee. Ein komisches Gefühl zu wissen, dass man diese wenn alles nach Plan verläuft fürs erste nicht wieder sehen wird. In Stockach hielt ich das erste Mal an, um die letzten benötigten Dinge zu kaufen.

Alpsee im Allgäu
Alpsee im Allgäu

Von dort ging es dann weiter Richtung Überlingen und Meersburg am Bodensee. Bei Meersburg suchte ich mir dann schließlich einen Platz, um das Zelt aufzubauen. Am nächsten Morgen folgte ich dem Bodenseeradweg noch bis Langenargen. Von dort ging es dann durchs Allgäu bis zum Alpsee in der Nähe von Immenstadt. Hier fand ich zu meiner Überraschung einen geöffneten Campingplatz vor, der allerdings noch nicht mit Leuten wie mir rechnete sondern nur Wohnmobil- und Wohnwagenplätze geräumt hatte. Mein Zelt konnte ich dann natürlich trotzdem aufbauen. Somit hatte ich auch die Möglichkeit, eine heiße Dusche zu nehmen, was bei den noch recht kühlen Temperaturen sehr angenehm war.

Nach einem ausgiebigen Frühstück konnte es dann am nächsten Morgen weiter Richtung Osten gehen.Übernachtung bei Pfronten Da meine linke Kurbel vom ersten Tag an unter Last ein leichtes knacken aufwies steuerte ich in Immenstadt einen Fahrradhändler an, um etwas Kupferpaste auf die Verbindungsstelle zu geben. Außerdem wollte ich mir zusätzlich ein Spiralschloss zulegen, da mein anderes Schloss daheim unauffindbar blieb. Da der Händler recht viel zu tun hatte, stellte er mir kurzerhand einen Teil der Werkstatt und des Werkzeugs zur Verfügung und meinte, dass ich das bestimmt genauso gut selber machen könne. Nach ca. einer halben Stunde war die Kupferpaste aufgetragen und die Kurbel wieder montiert. Des Weiteren bot er mir an etwas Kupferpaste abzufüllen, falls unterwegs noch mal etwas beginnen sollte zu knacken. Anschließend ging es noch schnell zum Optiker um mir eine Stoffhülle für die Sonnenbrille zu besorgen, da ich meine zuhause vergessen hatte.Ruine Ehrenberg Als ich sie bezahlen wollte, wurde ich aufgefordert sie einfach gratis mitzunehmen. Erst jetzt konnte ich meine eigentliche Fahrt fortsetzen. Bei sonnigem Wetter fuhr ich bis Pfronten, wo ich die Grenze nach Österreich passierte. Da es hier keinen geöffneten Campingplatz gab fragte ich einfach bei einem Bauern ob ich mein Zelt bei ihm aufstellen könne, dies war wie erwartet kein Problem. Nach dem ich mir zu Abend noch etwas gekocht hatte, legte ich mich recht früh schlafen. Bei einem herrlichen Sonnenaufgang zwischen den Schneebedeckten Bergen, briet ich mir zum Frühstück erstmal einige Spiegeleier. Da mein Benzin für den Kocher langsam zu neige ging und ich an einer Tankstelle leider keinen viertel Liter Benzin kaufen kann, fragte ich ob ich ein wenig Benzin haben könne, was wiederum kein Problem war. Schon nach weniger als 30 Kilometern war in Reutte die nächste Pause fällig. Hier gibt es seit November 2014 die längste Seilhängebrücke der Welt die für 8 Euro überquert werden kann.Auf der Highline 179 Die Brücke, genannt "Highline 179" ist 405 Meter lang und 112 Meter hoch. Sie verbindet die Ruine Ehrenberg und das auf der anderen Talseite gelegene „Fort Claudia“ Die Ruine ist auf jeden Fall einen Besuch wert und kann in etwa 30  Minuten zu Fuß erreicht werden. Nach dem ich mir hier ein wenig die Beine vertreten hatte, setzte ich meine Fahrt bis Biberwier fort. Hier übernachtete ich abermals auf einem Campingplatz. Von hier aus ging es nun weiter über den Fernpass Richtung Innsbruck. Da ich allerdings keine Lust hatte die Bundesstraße zu fahren, wich ich auf eine kleinere asphaltierte Nebenstraße aus. Nachdem ich den Anstieg schon zu einigen Kilometern bewältigt hatte, musste ich feststellen, dass diese Straße nicht durchgehend geräumt wird. Da ich nicht nochmal ins Tal zurück fahren wollte entschied ich mich, die 2 Kilometer schiebend zu bewältigen. Im Gegenzug hatte ich allerdings eine herrliche Aussicht über das Tal. Erst jetzt konnte ich wieder auf die Bundesstraße wechseln und die Abfahrt in Angriff nehmen. Bei Telfs wechselte ich auf den Inntalradweg dem ich bis Unterperfuss, einer kleinen Gemeinde 10 Kilometer westlich von Innsbruck, folgte. Dort schlief ich abermals auf einem Campingplatz, der sich allerdings als relativ laut erwies.

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