Wintertour nach Ljubljana 2013

Die Vorbereitung

Nachdem bei einigen Gläsern Bier die Entscheidung zu einer winterlichen Radtour gefallen war, musste die Route und die erforderliche Ausrüstung geplant werden. Wenige Tage vor Abreise war die Ausrüstung zu großen Teilen komplett. Als einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände, fehlte es allerdings selbst am Morgen der Abreise noch an meinem hinteren Laufrad, das  ich zum Einspeichen weg gegeben hatte! Als das Laufrad dann am Morgen des 20.12.2013 endlich eingetroffen war konnte direkt mit dem Einbau begonnen werden.Karte Mit einiger Verzögerung starten wir dann endlich gegen 13:30 Uhr in Richtung Bodensee. Als grobe Route war eine Alpenüberquerung in Richtung Slowenien vorgesehen, um von dort weiter Richtung Kroatien zu fahren, mit der Fähre nach Italien überzusetzen und schlussendlich mit dem Zug von Rom wieder Richtung Heimat zu fahren. Doch soweit sollte es aufgrund verschiedener Umstände nicht kommen, doch dazu später mehr.

Die ersten Tage auf dem Rad

Am Abend des 20.12 waren wir bereits bis zum Bodensee gekommen, und schlugen dort im Schutze der Dunkelheit unser Nachtquartier auf. Am nächsten Tag ging es am Bodensee entlang in Richtung Österreich. Einige Kilometer östlich von Bregenz fanden wir dann endlich einen geeigneten Platz, um unser Zelt aufzuschlagen. Nachdem wir uns auf dem Feuer noch etwas zu Essen warm gemacht hatten, ging es endlich schlafen.Übernachtung im Bregenzer WaldDie aufgetankte Energie benötigten wir schon am nächsten Tag, um trotz der schweren Winterausrüstung den Hochtannbergpass passieren zu können. Diesen erreichten wir allerdings erst bei Einbruch der Dunkelheit. In der Nähe von Warth genehmigten wir uns dann erstmals ein Hotel, um die nasse Ausrüstung zu trocknen. Bei hervorragendem Wetter fuhren wir tags darauf weiter in Richtung Elmen. Gegen Mittag begannen wir mit der Auffahrt zum Hahntennjoch, um nach Imst zu gelangen. Der Pass sollte der schönste, anstrengendste, wie auch der gefährlichste Pass unserer Tour werden! Zu Beginn war die Straße gut geräumt, und wir konnten bei angenehmen Temperaturen mit dem Aufstieg beginnen. Ab dem Dorf Pfafflar wurde die Straße allerdings zunehmend schwieriger zu befahren, da sich Splitt und vereister Schnee auf der Fahrbahn befanden. Abfahrt am HahntennjochAllerdings konnten wir die Spitze des Passes ohne größere Probleme erreichen. Nachdem ein Autofahrer extra aufgrund der zwei verrückten Radfahrer angehalten und das obligatorische Gipfelfoto von uns gemacht hatte, konnte die Abfahrt in Angriff genommen werden. Aufgrund der einsetzenden Dämmerung sowie der schneeglatten Fahrbahn, wurde das allerdings schwieriger als zuvor angenommen! In einer schneeglatten Kurve stürzte Manuel dann zu Boden. Abgesehen von einer gebrochenen Halterung an einer der Ortliebtaschen sowie einem blauen Fleck, blieb der Sturz glücklicherweise ohne Folgen. Im Lampenschein rollten wir am Abend endlich in die Stadt Imst vor, wo wir ebenfalls ein Hotel bezogen. 

An Weihnachten unterwegs

Am 24.12 fuhren wir durch das Inntal in Richtung Innsbruck, das wir am Abend durchquerten, um in Richtung Brenner zu fahren. Am Abend bauten wir unser Zelt auf ca. der halben Strecke der Auffahrt auf.Brennerpass Zur Bescherung gab es starke Regenschauer kombiniert mit maximalem Gegenwind. Glücklicherweise hielt unser Zelt dem Unwetter problemlos stand. Am 1. Weihnachtsfeiertag wurde der Pass bei immer noch starkem Gegenwind überquert, selbst bei der Abfahrt musst aufgrund des Windes massiv mit getreten werden um vorwärts zu kommen. Zu erwähnen bleibt an dieser Stelle vor allem der sehr gut ausgebaute und durchgehend asphaltierte Radweg auf der italienischen Seite des Passes. Am Abend erreichten wir ein kleines 2 Sterne-Hotel, in der Nähe von Bruneck, das sich als überraschend komfortabel heraus stellte!  Wieder einmal wurden wir vor dem schlechten Wetter gewarnt, setzten unsere Fahrt aber vorerst wie geplant fort. Am 2. Weihnachtsfeiertag konnten wir aufgrund von Eisbruch und Schneeregen nur bis Wellsberg fahren, wo wir abermals in einem Hotel übernachten mussten.Schlechtwetterfront in Italien Dort wurde dann erst mal vernünftig gegessen und ein paar Bierchen getrunken. Aufgrund der dauerhaft schlechten Witterung fiel am Abend sogar mehrmals der Strom aus und wir beschlossen, am nächsten Tag mit dem Zug weiter zu fahren. Als wir am nächsten Morgen den Bahnhof erreichten, mussten wir allerdings feststellen, dass die Strecke Richtung Lienz aufgrund der schlechten Witterung gesperrt war. Daher waren wir gezwungen mit dem Rad bis zum nächsten Dorf zu fahren. In diesem Dorf war der Strom allerdings komplett ausgefallen und der Bahnhof daher außer Betrieb! Daher ging es von dort mit dem Bus bis zum Bahnhof in Lienz und von dort mit dem Zug weiter Richtung Villach!

 


Fahrt nach Ljubljana

 

 

In Villach wurden als erstes die Vorräte aufgefüllt, um dann Richtung Ferlach zu fahren. Nach ein paar Stunden Schlaf konnten wir endlich den Loiblpass in Angriff nehmen. Ljubljana In zähem Nebel folgten wir der Straße Richtung Tržič in Slowenien. Bei der Auffahrt am Loiblpass brachen an meinem Hinterrad zwei Speichen wodurch wir gezwungen waren, das Rad notdürftig nach zu zentrieren um weiter fahren zu können! Nach der Durchquerung des Loibltunnel an der Spitze des Passes erreichten wir, auf der slowenischen Seite des Passes, die Gedenkstätte des ehemaligen KZs Mauthausen. Am späten Abend des 28. Dezember erreichten wir Ljubljana, welches wir am Tag darauf besichtigten. 

Heimfahrt

Aufgrund verschiedener Umstände beschlossen wir die Reise an dieser Stelle abzubrechen und mit dem Zug heimzufahren. Die gebrochenen Speichen in einem insgesamt miserabel aufgebauten Laufrad waren hier schwierig zu ersetzen. Außerdem wären wir aufgrund der Schlechtwetterfront, weiterhin nur im Nebel gefahren, wodurch wir von der Landschaft nichts gesehen hätten. Daher fuhren wir am Morgen des 30. Dezembers an den Bahnhof um die Heimreise anzutreten.

Alles in allem war es allerdings eine absolut gelungene Tour auf der wir vieles Gesehen und erlebt haben.